Hilfe zu Laserschneiden + Oberflächenfinish

  • Hallo zusammen,

    als blutiger Anfänger was Metallbearbeitung angeht hoffe ich, dass mir die Experten hier ehrlich sagen, ob meine Überlegungen realistisch sind, oder ob ich mich verrenne.

    Ausgangssituation: Wir haben Anfang des Jahres gegründet um eine Produktfamilie aus wertigen, zusammensteckbaren Metallblechteilen (primär 1.4301 / V2A Edelstahl) – im Kleinformat unter 100 x 100 mm mit 3 mm Stärke – auf den Markt zu bringen.

    Wir benötigen ein beidseitiges (Idealerweise allseitiges, inkl. der Kanten) Hochglanzfinish (Mirror #8 o.Ä.) unter Erhalt einer scharfkantigen Optik. Unsere bisherige Ausschreibung an potentielle Produzenten in Deutschland war leider erfolglos – Hauptproblem war das gewünschte Oberflächenfinish, sodass keines der angeschriebenen Unternehmen für die Ausführung ein Angebot erstellen konnte oder wollte.

    Wir überlegen nun, einen eigenen Laser und Oberflächenschleifer zu kaufen, die Bleche direkt zu beziehen und mit Hilfe eines Experten die Produktion aufzubauen. Als absolute Anfänger ohne Erfahrung in der Metallbearbeitung fragen wir uns aber ehrlich ob das realistisch ist. Insbesondere interessiert uns die Meinung, ob es möglich ist, ein vorpoliertes beidseitig foliertes Mirror-Blech (#8) zu lasern, ohne dass Laser oder Blech beschädigt werden, oder andere Verfahren wie z.B. Wasserstrahlschneiden besser funktioniert.

    Ich hoffe, das ist das richtige Forum für das Thema und bin dankbar über jede Rückmeldung.

    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße
    Niko

  • ... Wasserstrahlschneiden wäre auf jeden Fall die bessere Variante.

    Ansonten evtl. erst lasern, dann schleifen?

    Metallbleche Ohne Deformation laserschneiden geht mit Kurzpuls/Ultrakurzpuls-Laser und/oder einer angepaßten Strategie, wo z.B. .statt normal zu schneiden, eher ein "Tiefgravieren" gemacht wird ...

  • Würde da definitiv zu Wasserstrahl greifen. 3mm sind schon nicht ohne. Hab nun keinen Plan, in welchem Maßstab ihr das betreiben wollt, bei einem Laser für solche Materialstärken und entsprechend schnelle Verarbeitung, sind wir schon bei einer sehr ordentlichen Preisklasse. Wasserstrahl dürfte da günstiger, sauberer und qualitativ hochwertiger sein.

    So dickes Material habe ich noch nicht verarbeitet, bei dünnen Blechen hatte ich bisher immer Verzug.

    Gruß

    Uwe

    "Weise ist nur wer nicht vergisst, daß er selber komisch ist."

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Hochglanzfinish auch bei den Kanten....

    Wie soll das denn gehen ?

    Beispiel


    Ich befürchte, ihr müsst da eure Vorstellungen dezent herunterschrauben...

    Gruß

    Michael

    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Bin ja immer noch am grübeln....

    Ihr braucht ja hochgradig genaue Kanten, damit ein anschließender Kantenpolierprozess so reibungslos wie nur möglich ablaufen kann.

    Das geht meines Wissens nur mit Drahterodieren.


    Man möge mich gerne verbessern, falls ich falsch liegen sollte.... :)

    Gruß

    Michael

    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich zeig dir mal zwei Bilder...

    Das ist ein Musterstück, geschnitten mit dem xTool MetalFab

    1mm Edelstahl, frag mich jetzt nicht nach der Legierung, die weiß ich nicht.

    Geschnitten wurde nur mit Druckluft und Klimatrockner.

    Wenn man mit Prozessgas schneidet, bleibt die Schnittkante etwas sauberer und setzt keinen Flugrost an. Aber man sieht trotzdem, es ist ein Schmelzprozess. Die Kanten sind nicht Makellos sauber mit 1,5KW Laserleistung. Man muss also vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel nacharbeiten in etlichen Stufen, um eine Spiegelpolierte Kante nach deinen Vorstellungen zu kriegen. Ein Fehler und aus die Maus. Ergo muss das schleifen in verschiedenen Stufen eine CNC übernehmen.

    Und das Material ist nicht hochgradig spiegelnd. Macht man den Laser an auf Hochgradig spiegelnden Materialien ist aus die Maus. Das macht *Piffknirxknarx* und das war´s für die Optiken. Die kriegen dann von zwei Seiten Impulsenergie und wissen nicht mehr wohin mit der Energie in Form von Wärme.

    Natürlich kann man mal bei Trumpf nachfragen, aber da möchte ich nicht wissen, was da eine Schneidanlage kostet.

    Und die CNC.... Oha... Mehrfachkopfanlage mit mehreren Achsen um das Werkstück zu drehen ohne Entnahme des Teiles und automatischen Messkopf.

    Die Stegbreite ist übrigens ~0,3mm in dem Beispiel.

    Da habt ihr euch viel vorgenommen... .. .

    251104201627837.jpg251104201709619.jpg

    Gruß

    Michael

    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

    2 Mal editiert, zuletzt von Gewindestange (8. April 2026 um 22:13)

  • Und eines noch... ich habe keinen Metallberuf gelernt, deswegen ist alles nur Mutmaßung und Kaffeesatzleserei.

    Ein Metaller ist hier tausendmal besser im Bilde als meiner einer.


    :)

    Gruß

    Michael

    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen, das ist schon sehr hilfreich!

    Wir setzen uns zunächst mit Wasserstrahlschneidern in Kontakt (notfalls ohne Hochglanzfinish an den Kanten) und hoffen, dass es darüber möglich ist.

  • Einen Zahn zieh ich euch diesbezüglich schon mal.

    Mit einem kleinen Wasserstrahlschneider ala Wazer brauchste gar nicht überlegen.

    3mm Edelstahl geht zwar, aber ihr müsst dann jede Woche ne Bank überfallen für das Abrassiv....


    Der ist für Prototypen und Einzelanfertigungen gedacht bei so harten Materialien.... In Serie wirste Irre...


    Unter 3000 bar brauchste gar nicht nachdenken... Und Maschinen mit so einer Druckanlage sind auch gleich sehr groß.

    Mustererstellung als Prototyp.... 800 Euro Einrichtungskosten plus Schnittkosten und 6 Monate Wartezeit.. Stell dich schon mal drauf ein ;)

    Gruß

    Michael

    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Hmm am einfachsten ist zu wissen was du machen willst hast du mal ein Beispiel? 2-3mm va ist vom Verzug her je nach Kontur Anzahl leicht zu handhaben... Aber im Grunde genommen nimmt man bereits Tafeln die einseitig Hochglanz sind mit Laser Folie, die Unterseite wenn sie nicht hochglanz sein muss wird anschließend geschliffen (einfach oder 240k) und Kanten Verrundet die Kanten & Unterseite kannst du Recht flott je nach Menge auch manuell bearbeiten, Alu Löffel hatte da mal ein sehr gutes Video ..

    https://youtu.be/NvAd1jSNQE8?is=LerExzn_kr-B-txj

    Einmal editiert, zuletzt von AlterPilot (10. April 2026 um 17:24)