Wie viel Luftdruck auf CO2-Lasekopf?

  • War gerade bei einem Bekannten in der Firma, die haben einen wirklich fetten CO2-Laser zum Ausschneiden von dicken Holzschablonen und zum perforieren von Stoff und Karton.


    Es stellt sich bei allen Lasern die etwas schneiden oder gravieren immer die Problematik der Rauchentwicklung.


    Beim Zusehen habe ich bemerkt das an diesem Laser deutlich weniger Rauch beim Holzschneiden entsteht, als bei meinem.


    Auf meine Frage, warum? bekam ich folgende Antwort.


    1. Schneidparametereinstellung....................OK, das ist nicht wirklich neu.


    2. volles Rohr, 8Bar Druckluft (kein Schutzgas) der durch die Düse des Schneidkopfes geblasen wird!!!


    Bei mir geht da nur ein dünnes Lüftchen durch, daß den Rauch oder Schmauch von der Linse fern hält( Sperrluft )


    Er sagte das Kühlt die Partikel die herausgelöst oder verdampft werden und verhindert einen Hitzestau in der Schnittstelle.


    Auffällig waren auch die relativ hellen Schnittkannten. Bei mir sind die mindestens sehr dunkelbraun bis schwarz.


    Mann konnte die Pressluft hören, ähnlich wie bei einem Plasmaschneider.




    Leider durfte ich keine Fotos oder Filme machen :heul:


    Sollte jemand von euch nen fetten Kompressor zur Verfügung haben, währe es schön das mal zu versuchen und ein Posting darüber zu machen.


    Ich kann es leider nicht, da ich keinen Kompressor besitze.


    Meinungen oder Erfahrungen?


    Grüße




    Johannes

  • ... ja, viel Preßluft hilft hier auch viel - einmal durchs Kühlen, damit das weniger ankokelt, aber vor Allem auch weil es den Rauch sofort wegbläst, so daß er den Strahl nich blockieren/abschirmen kann und auch eine bessere Versorgung mit Sauerstoff gewährleistet, was wiederum gut fürs Wegbrennen/Verdampfen ist ... also mehrere Effekte, die hier reinspielen ...


    Viktor

  • Kann ich nur bestätigen.


    Beim Schneiden von organischen Materialien (Holz, Leder etc.) ist viel luft gut und mehr Luft besser.

    Gruß,

    Christian


    „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“
    Stephen Hawking

  • Muss anscheinend die Woche der "Druckluft" sein, sooft hatten wir das Thema innerhalb kurzer Zeit noch nie 8)



    Wie sagte schon Tom Hanks auf der dusseligen Insel " Da muss Luft ran " :D

    Gruß

    Michael


    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Ich hab mal ein wenig verglichen und das ganze auf Video gebannt.


    Zuerst komplett ohne zuluft:
    https://www.youtube.com/watch?v=ijegh_z6V78


    ohne_zuluft.jpg


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    Dann mit einer Teichpumpe:
    https://www.youtube.com/watch?v=E9qx_QOJylA


    20170811_160446.jpg


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    und das ganze dann auch noch mit 8bar aus dem Kompressor:
    https://www.youtube.com/watch?v=gcAplJZS9pA


    Druckluft.jpg
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    Der Kopf der im Moment montiert ist, hat eine ziemlich große Öffnung, wirklich gebündelt wird die Luft dadurch nicht (und der Kopf ist nicht grade), ein neue liegt hier aber schon und wartet nur noch auf den einbau. Der hat dann auch eine weitaus kleinere Öffnung. Ich denke das sich dadurch die Ergebnisse noch verbessern.



    Material: 4mm Pappelsperrholz
    30W CO2 - 11mm/s - 85% Leistung

  • Sieht das in den Videos nur so aus oder hast du deinen Fokus wirklich so schlecht eingestellt?


    Schaut aus als würdest du von weitem auf's Material schießen .... :D



    Wenn ich mit meinem Mini Kompressor als Luftlieferanten Lasere ist es leiser als deine Koipumpe
    und das Ergebnis ist besser als in deinem 3. Video. Trotz meiner 5mm "Düse"... :whistling:

    Gruß,

    Christian


    „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“
    Stephen Hawking

  • Der Fokus paßt bis auf ~1mm (30mm linse bis kopfende & 22mm Düse bis Holz), das scheint also wohl nur im Video so zu wirken.


    Was meinst du mit Ergebnis? Den Schnitt oder die Sauberkeit des Schnittes? Die Koipumpe steht im moment lose auf dem Tischboden, dadurch vibriert es auch mehr und ist lauter, sobald ich mal wieder ein wenig Zeit habe, kommt der Kompressor in den Keller und ich leg die Luftleitung hoch.
    Das Sperrholz ist übrigens kein spezielles, sondern das einfachste aus dem Baumarkt (also nix mit laserbarem Leim oder dergleichen); das ist auch nur zum versemmeln...

  • Ich meinte die Sauberkeit des Schnittes.
    Wird bei mir Schmauchfrei an den Kanten und die Schnittflächen leicht rehbraun.


    Zugegeben ich nehm IF20 verleimtes "lasergeeignetes" Pappelsperrholz.


    Mit ner feineren Düse würd's bestimmt noch besser klappen, sprich ich könnte noch nen Hauch schneller schneiden.

    Gruß,

    Christian


    „Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein.“
    Stephen Hawking

  • Ich müsste es mal mit lasergeeignetem versuchen, aber erst muss der neue Kopf rein. Aber das verbrannte wird sicherlich auch viel von dem nicht geeignetem holz(leim) kommen

  • Wow das ging ja schnell!


    Danke für die Testreihe.


    ich brauch nen Kompressor............


    Fragt sich nur welche Literleistung. Einem Baumarktschreier wird da wohl schnell die Luft ausgehen.


    Hängt auch alles am Düsendurchmesser ab, je größer desto mehr Liter brauche ich bei einem bestimmten Druck.


    Das kleinste mögliche Düsenloch hängt wiederum auch von der exakt konzentrischen Einstellung des Strahls zum Düsenausgang ab.


    Ist wahrscheinlich wieder ne endlose Versuch, Irrtumsbastelkiste.


    Auf dem Video mit dem Aquariumkompressor sieht es aus, als ob er das Feuer noch anfacht. Dieses Gefühl habe ich bei meinen Basteleien auch immer gehabt.


    Wusste gar nicht das es Lasersperrholz gibt! Ich verwende auch immer das Billgholz aus dem Baumarkt.


    Denke aber es lohnt sich nun eigene Tests zu machen :thumbsup:

  • Moin Moin,


    Druckluft ist bei der Laserbearbeitung sehr wichtig und wird gern unterschätzt.
    Oft braucht es viel Luft, um das Material im Schneidspalt schnell zu kühlen, manchmal drückt zu viel Luft aber auch Schmauch in die gerade ausgravierten Poren und versaut so die Gravur, oder erzeugt Rillen beim Schneiden von Acryl.
    Fakt ist, wer hochwertige Gravuren und Schnitte in unterschiedlichen Materialien mit seinem Laser umsetzen möchte, benötigt eine flexible Luftregelung.
    Ich hatte mir bei meinem ersten Maschinchen damals einfach einen Druckminderer eingebaut und einen dicken Kompressor angeschlossen.
    Druckminderer.JPG


    Die Thunderlaser Maschinen, die wir heute ausliefern, verfügen alle über ein Magnetventil, das externe Luft automatisch zu- und abschaltet, sowie über eine Luftmengenregulierung. Oder, -in der Ausstattungsvariante mit "intelligenter Prozesszuftregelung"- werden 2 Luftkreisläufe unabhängig voneinander geregelt und je nach Bedarf via Software zu- oder abgeschaltet. So kann man beispielsweise in einem Job mit wenig Luft gravieren und im direkten Anschluss mit viel Luft ausschneiden, ohne die Luftzufuhr dabei manuell regeln oder überwachen zu müssen.
    https://www.youtube.com/watch?v=dTlIYrwZcsI


    Neben der Regelung der Luftmenge spielt auch eine große Rolle, wie die Luft ans Material geführt wird. Die Jungs von TL in China bauen uns deshalb Strahlaustrittsdüsen mit unterschiedlich großen Öffnungen:
    https://www.youtube.com/watch?v=1FYIhj3Z6to


    Damit kann man die Luft entweder flächig über dem Material verteilen, oder direkt in den Schneidspalt leiten. Wobei ich ehrlich gesagt zugeben muss, dass ich selbst zu 80% mit der feinen Düse arbeite, die die Luft in den Schneidspalt leitet und im Bedarfsfall lieber die Luftmenge stark reduziere, bevor ich so eine Düse wechsel ...bin halt faul. ^^


    Vieeeel Luft bedeutet in unserem Fall 4bar. Wir haben auch mit bis zu 10 bar getestet, aber zu den 4 bar keinen wirklichen Unterschied feststellen können.


    Das Ganze sieht dann so aus:


    https://www.youtube.com/watch?v=-kO3btHwiH0
    https://www.youtube.com/watch?v=XqLKjUP5Tlo&t=14s


    Kompressoren benutzen wir für die Lasermaschinen diese: Kompressoren


    LG
    Diemo

  • Mal wieder ein sehr interessantes Thema.
    Wer mit so viel Druck arbeiten möchte sollte jedoch bedenken dass man saubere Luft braucht, sonst ist die Linse schnell versaut.


    - Hohe Kompressorleistung
    - Luftkältetrockner
    - Ölabscheider
    - Hochleistungs Aktivkohlefilter

  • Servus,


    Zitat

    ...Wer mit so viel Druck arbeiten möchte sollte jedoch bedenken dass man saubere Luft braucht...


    Das stimmt, wobei sich der Aufwand in Grenzen hält und auch finanziell nicht wirklich ins Gewicht fällt.
    Benutzt man einen Ölfreien Kompressor, muss man sich nur noch um Kondenswasser kümmern.
    Meiner Erfahrung nach reicht da ein einfacher Wasserabscheider allemal aus.


    Noch schöner ist natürlich ein Kompressor mit Kältetrockner und diversen Filterkartuschen (Feststoff, Öl, Wasser, AK). Aber solche Anlagen sind in Anschaffung und Unterhalt unverhältnismäßig teuer ...halt was für Labore und Krankenhäuser, aber für die Laserwerkstatt? :S


    LG
    Diemo

  • Durch unsere permanent offenen Kopfdüsen sollte , meiiner Meinung nach, sehr wichtig die produzierte Luftmenge sein.
    Mein Airbrush-Kompressor dürfte garnicht die erforderliche Parameter erzeugen.
    Er hat max. 3 bar und ca. 20 l/min. Diesen Druck kann er garnicht aufbauen.
    Dafür ist die Luftmenge viel zu gering.
    Die Frage ist nun, welche Luftmenge ist optimal. Einen Kompressor wie dieser sollte sollte ausreichen.
    Nur möchte nicht jeder , ich auch nicht, so ein großes Teil hinstellen.


    Die Frage ist nun, sollte so ein Kompressor ausreichen.


    Von den Parametern ist er jedenfalls viel besser als der Airbrusher.


    Wobei ich die angegebenen 70 l/min etwas anzweifle.


    Gibt dazu schon Erfahrungswerte.

  • Die 3 Bar würden reichen bei dir, die Luftmenge von deinem jetzigen Kompressor ist so nen bissle die Krux.


    Im Prinzip passiert folgendes, wenn man einen kleinen Lufttank anschließt.


    Der Kompressor pumpt ( bei mir nen 3l Tank ) auf, erzeugt den Druck ( von mir aus 2,8bar ) und schaltet ab.


    Jetzt starte ich den Laservorgang, es wird Luft entnommen. Alles wunderhübsch.... bis jetzt.


    Es leert sich der Tank, der Kompressor springt auch an, aber er schafft es nicht mehr das Volumen aufzupumpen und abzuschalten, er läuft durch und die schöne Pressluft
    sinkt ab bis auf den Dauerwert des Kompressors in Abhängigkeit auf das Schlauchsystem.


    THEORETSICH sollte der Kompressor schon alleine durch die Druckminderung der Düse ( also die Verbindung Schlauch/Laserkopf ) immer die 3bar halten und abschalten ( wenn vorhanden ), das schafft dein Airbrusher schon nicht mehr, es fehlt also Volumen.


    Auch ( und das darf man nicht unterschlagen ) der Dünne Schlauch zum Laserkopf hin, wirkt schon als Druckminderer.... leider.

    Gruß

    Michael


    Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben. Vom Pfuschen nie.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • Genau und deshalb braucht man einen Kompressor mit einer höheren Luftmenge.


    Nun denn, vielleicht teste ich das Teil mit 70 l/min mal bzw. diese Teile sind nur Kurzläufer.
    Nur geringe Betriebsdauer, damit wiederum eigentlich unbrauchbar ......

  • Moin Moin,


    Zitat

    Die Frage ist nun, welche Luftmenge ist optimal.


    Wen Du dich für einen Kompressor mit Lufttank entscheidest, ist die Antwort einfach:
    Du willst mehr Förderleistung = weniger/kürzeres Einschalten des Kompressors
    Du willst einen großen Lufttank = längeres Arbeiten ohne Kompressor


    Aber!
    Zunehmende Förderleistung kostet mehr Geld und irgendwann bleiben auch nur noch sehr laute Kompressoren übrig, es sei denn, Du hast das Kleingeld für einen Schraubenkompressor und den dazugehörigen Drehstromanschluss über.
    Je größer der Lufttank, desto teurer issa auch ..auch hier heißt es also ein gesundes Mittelmaß zu finden.


    An meinem alten Laser hatte ich einen Kompressor mit 100l-Tank und 400l/min Förderleistung, der aber unanständig laut war. Der ist dafür beim Gravieren mit wenig Luft gerade mal all 15-20min kurz angesprungen und auch beim Schneiden mit viel Luft war er nur alle 2-3 Minuten mal an, bis der Tank wieder voll war.



    Unser kleiner Leiseläufer hat gerade mal eine Förderleistung von 60l/min. Das aber bis zu einem Druck von 7bar. In der Praxis springt der Komressor beim Gravieren alle 5-10min mal kurz an, um den Tank aufzufüllen. Beim Schneiden mit viel Luft läuft der Kompressor zwar deutlich häufiger, schafft es aber immer noch den Tank zu füllen und wieder abzuschalten. So sind die 4 bar, mit denen wir in die Maschinen gehen immer konstant verfügbar.
    Das größere Modell mit 100l/min empfehlen wir bei Benutzung von 2 Maschinen oder wenn ausschließlich mit viel Luft geschnitten wird.



    LG
    Diemo

  • Schade das das letzte Video nicht mehr geht.

    Jetzt wo ich dringend eine kleine Luftpumpe brauchen für den China 50w laser. Kann ich nichts vergleichen. Für eine großen kompressor habe ich kein Platz